
Eine Historikerin wie Elisabeth Charlotte Welskopf hat, das zeigen ihre wissenschaftlichen Publikationen, Kontakte in viele Länder der Welt aufgebaut, nicht nur in der, welche eine marxistischen Geschichtsforschung pflegte.
Ihre belletristischen Romanreihen → Die Söhne der großen Bärin und → Das Blut des Adlers sind selten Gegenstand wissenschaftlicher Abhandlungen geworden. Eine eher populärwissenschaftliche Betrachtung legten 2001 Dr. Uli Otto und sein Sohn Till Otto vor. Sie „untersuchten den historischen und kulturhistorischen Hintergrund“ der Bärensöhne. Der Regensburger Kulturwissenschaftler las die „Westausgaben“ der Hexalogie, war begeistert, dass er, Jahre später, sich noch einmal näher mit dem Stoff beschäftigte. Sie hätten ihn „weitgehend gegen andere Indianerbücher a lá Karl May immunisiert“.1

Dass Liselotte Welskopf-Henrich mit diesen „Indianerbüchern“ nicht nur in der DDR sondern auch der Bundesrepublik eine beachtenswerte Wirkung entfaltete, zeigen seine folgenden Zeilen:
„Die Wiedervereinigung hat ihr Werk wohl ein wenig in den Hintergrund gedrängt, wird sie mancherorts doch vielleicht manchmal ausschließlich vor dem Hintergrund der Tatsache angesehen, daß sie eine Schriftstellerin war, die sich dem sozialistischem Humanismus verpflichtet sah. Eine intensivere Beschäftigung mit ihrem Werk aber muss die Erkenntnis vermitteln, daß man in ihr eine Jugendautorin von hohem Rang zu sehen hat, auf die man insgesamt nur stolz sein kann, egal, ob man in der Bundesrepublik oder in der DDR aufgewachsen ist, verkörpert sie doch ein humanistisches Denken, daß nicht alleine einem politischen Lager zuzuordnen war und ist.“
Auf den Spuren…, Seite 32 f
Doch dies ist eine „deutsche“ Ansicht, so wie es auch → diese gibt und eine Reihe → weiterer, Ost wie West. Daher schauen wir in die Gegend, in der die Helden von Liselotte Welskopf-Henrich handelten.
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