Otto, Uli (1): Liselotte Welskopf-Henrich, Die Indianer & Dr. Uli Otto

Teil 1 eines Manuskripte aus dem Jahre 2021. Dr. Uli Otto ist ein Kulturwissenschaftler aus Regensburg und freiberuflicher Dozent im Bereich Volkskunde und Kulturwissenschaften. Einer seiner Schwerpunkte ist Liedforschung, dies umfasst Volkslieder, historisch-politisches Lied, sowie irische und deutsche Folklore. Außerdem widmete er sich der Erzählforschung, Geschichte der Massenlesestoffe, wozu die „Bärensöhne“ natürlich gehören. Otto begab sich auch „auf die Spuren“ von Herbert Kranz, einem Jugendbuch-Autoren und dessen Reihe Ubique Terrarum, sowie Auf die Spuren des fliegenden Klassenzimmers von Erich Kästner. Im Teil 2 dieses Beitrages beschäftigt er sich mit der (Kultur)historischen Einordnung von Deutschen und Native Americans, Eckpunkten der (indianisch-nordamerikanischen) Geschichte, die Liselotte Welskopf-Henrich die Grundlage für bestimmte Darstellungen in ihrer Pentalogie sind. Im dritten Teil wird es seine Einschätzung der Romane von Liselotte Welskopf-Henrich gehen, um Politik gegenüber der indigenen Völker in der heutigen Zeit.


Sehr gerne habe ich einer Bitte von Uwe Rennicke entsprochen, meinen persönlichen Beitrag zum Relaunch der Webseite von Liselotte Welskopf-Henrich zu liefern. Diese freundliche Einladung Rennickes fiel dabei mit aktuellen eigenen Bestrebungen zusammen, dem in diesem Jahr anfallenden 120. Geburtstag von Liselotte Welskopf-Henrich (*15.09.1901 München – + 16.06.1979 Garmisch-Partenkirchen) auf irgendeine Weise zu gedenken und dabei auch an die Ersterscheinung von „Die Söhne der Großen Bärin“ zu erinnern, die sich ebenso, aber zum 70 Mal jährt. Dabei kam diesem Projekt des Verfassers auch die zeitweise durch die gegenwärtige Corona-Pandemie erzwungene Isolation entgegen. 

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Liselotte Welskopf-Henrich, die Indianer & Antje Babendererde

Antje Babendererde / Foto: Alexander Stertzik

Am 15. September 2021 jährt sich Liselotte Welskopf-Henrichs Geburtstag zum 120. Mal. Zeit, um einen Moment innezuhalten und der Schriftstellerin zu gedenken, die meine persönliche Entwicklung so entscheidend geprägt hat.

Das Leben der nordamerikanischen Indianer (ja, ich verwende den Begriff noch, solange die Indianer selbst es tun …) hat mich interessiert, seit ich lesen kann. Mein Vater ist mit mir durch den Wald gestreift, mein Opa hat mir die ersten Indianerbücher geschenkt. Und ich wollte mehr von allem: mehr Wald, mehr Indianer-Lesestoff.

Also verschlang ich Die Söhne der großen Bärin und mein Interesse an den Ureinwohnern Amerikas war geweckt, der Grundstein für das, was einmal aus mir werden sollte, gelegt.

Nun wollte ich alles über Indianer lesen, und wurde fündig bei James Fenimore Cooper, bei Anna Jürgen und natürlich auch bei Karl May. Für „Winnetou“ quälte ich mich durch einen zerflederten Band in Frakturschrift und die Wahrheit ist: Ich war schlichtweg begeistert.

Mittlerweile, ich war 14, hatte ich sämtliche DEFA-Indianerfilme mit meinem Helden Gojko Mitic gesehen, doch die „Winnetou“-Verfilmungen waren mir bis dahin verwehrt geblieben, da sie im ZDF ausgestrahlt wurden, und wir auf unserem Fernseher mit Holzverkleidung damals nur ARD empfangen konnten.

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